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2007 Benoît Ente – Bourgogne blanc AOC

21. September 2010

Der Produzent: Benoît Ente

Weinbauland und -region: Frankreich – Burgund

Jahrgang: 2007

Alkoholwert: 12,0%

Trauben: 100% Chardonnay

Trockenheitsgrad: trocken

Vinotiz: Normalerweise blättert man ja für einen Wein, der in einer homöopathischen Menge von gerade einmal 2000 Flaschen abgefüllt wird, weit mehr auf den Kassentresen als man eigentlich bereit ist für einen Weißwein zu bezahlen. Erst recht wenn es sich um einen Wein eines der größten Genies des Burgunds handelt. Monsieur Benoît Ente jedoch ruft für seinen Bourgogne Village Preise im menschlich vertretbaren Bereich auf. So liegt der Preis für eine Flasche dieses Weins bei rund 20 Euro, was ich für fast hinterher geworfen halte, hält man sich vor Augen, welch grandiose Qualität hier hinter Glas versperrt wurde.

Der weiße Basiswein (ein Schimpfwort für diese Kreation) wurde auf gerade mal 0,39 Hektar kultiviert. Seine Heimat liegt sowohl in Meursault als auch in Puligny. Die Reben sind zwischen 25 bis 30 Jahre alt. Die handgelesenen Trauben kommen nach der Pressung zunächst für 24 Stunden in den Stahltank und wandern danach umgehend für ein Jahr für die malolaktische Gärung ins Barrique. Benoît Ente persönlich füllt den Bourgogne blanc anschließend auf die Flaschen. Soweit der technische Prozess.

Nun zum Genuss: nachdem der sehr lange Naturkorken bester Qualität die Flasche verlässt strömt schon eine zart jodige Brise in die Nase. Schon beim Einschenken in für Weißwein bauchige Gläser fällt die satte gelbe Farbe, die trotzdem am Rand einige grünliche Reflexe aufweist, auf. Idealer Weise sollte man den Wein dekantieren oder zumindest in eine leere andere Flasche hin- und herfüllen. Macht man das nicht, ist das aber auch keine Missetat. Wer ordentlich schwenkt wird sogleich mit der nächsten Runde packender Aromen belohnt. Quittendüfte und weißer Pfeffer dominieren. Auch junge Birnen fallen sofort auf. Eigentlich will man sich nur am Duft erfreuen und im Laufe der nächsten 30 Minuten öffnet sich der Wein immer mehr.

Nun darf der Wein endlich den Gaumen treffen. Es erschlägt einen fast die dynamische Mineralität. Es ist, als würde man direkt an Kalk riechen. Feinste salzige Schichten erobern den Gaumen. Sofort sind alle Geschmacksnerven beschäftigt. Das soll der Einstiegswein sein? Wie gut sind dann erst die ganzen Crus?

Der erste Schluck ist getan und für eine kleine Ewigkeit bleibt dieser Chardonnay haften. Man kann den ganzen Mundbereich mit der Zunge abtasten und überall dieser ist Wein auf Hochtouren. Das Holz ist perfekt eingebunden, für diesen recht jungen Wein schon ein riesiger Trinkspaß und -fluss. Dezente Passionsfrucht klingt nach. Die frische Säure hat kleinste Poren am Gaumen aufgerissen und eigentlich will man nichts mehr als den nächsten Schluck folgen zu lassen. Ich lasse es geschehen und gebe mich diesem Wein voll hin.

Wer das Glück hat eine oder sogar ein paar Flaschen dieses Weines zu ergattern kann man aufrichtig gratulieren. Sie oder er bekommt einen wahnsinnigen Vorgeschmack, was in den höheren Qualitäten Entes passiert. Ich hatte einmal das Glück einen 2005er „Les Referts“ Puligny-Montrachet 1er Cru (800 Flaschen werden produziert) zu trinken. Natürlich war es ein zu früher Gang zum Korkenzieher, aber wenn ich mir vorstelle, was mit diesen Weinen mit etwas Reife passieren kann, schaltet sich mein Vorstellungsvermögen fast komplett aus. Es muss unglaublich sein.

(mt)

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2007 Weingut Tesch – Riesling Kabinett trocken „MACHMALAUTER/MACHMALRIESLING“

20. September 2010


Der Produzent:
Tesch

Weinbauland und -region: Deutschland – Nahe

Jahrgang: 2007

Alkoholwert: 11,5%

Trauben: 100% Riesling

Trockenheitsgrad: trocken

Vinotiz:

Der erste Riesling bei Vinotiz und dann gleich so ein Paradiesvogel! Ob man es glaubt oder nicht: die Düsseldorfer Rock-Senioren „Die Toten Hosen“ haben nicht nur ein Herz für eisgekühlten Bommerlunder, zweitklassige Fußballvereine oder Lieder am Rande der Schamgrenze. In diesem Jahr überraschen uns die Jungs mit den Stachelfrisuren auch mit einer Kooperation mit dem Weingut Tesch aus Langenlonsheim aus dem Weinbaugebiet Nahe. Beide Parteien haben scheinbar in der Vergangenheit ihre gegenseitige Wertschätzung offenbart und so kommt es dazu, dass Martin Tesch einen extrem exklusiven Riesling extra für Campino, Breiti und Co. abgefüllt hat.

Es handelt sich hierbei um einen Kabinett trocken bei sehr bekömmlichen 11,5 % Alkohol. Das klingt schon mal nicht schlecht. Bei selbsternannten Punkrockern hätte ich zwar nicht so einen dünnbrettbohrigen Alkoholgrad vermutet, aber ok. Ich finde das alles vollkommen in Ordnung. Die Ausstattung kommt auch sehr innovativ daher. Schwarzes Glas, großflächige Etiketten, wobei auf dem Backlabel das Hosen-Logo prangt. Witzigster Einfall ist jedoch der Schraubverschluss, auf deren Kappe ein verkappter Lautstärkeregler aufgeklebt wurde. Da hat jemand aus der Marketingabteilung mal ne echt pfiffige Idee in die Tat umgesetzt.

Der Jahrgang 2007, aus dem dieser Tropfen stammt, gilt unter Riesling-Fans als sehr gut. Meine eigenen Erfahrungen können das zunächst mal bestätigen. Jeder Winzer, der mit vor die Flinte kam, berichtete von super-gesundem Lesegut und hervorragenden klimatischen Bedingungen. Also sind meine Ansprüche an Weine dieses Jahres sehr hoch.

Martin Tesch, der in der Vergangenheit mit einem Wein names „Unplugged“ für Aufmerksamkeit sorgte, hat mich mit dem „MACHMALAUTER“ nicht enttäuscht. Eine wunderbar akzentuierte und trinkreife Säure, die butterweich in einen filigranen Körper mit feinem Schmelz eingebunden ist, verführt zum puren Genuss ohne Essen. Banausenhaft wurde die Rock-n-Roll-Pfütze jedoch trotzdem zu einer saftigen Gemüse-Lasagne gereicht. Eine tolle Kombination! Ich kann das nur empfehlen, einen leichten Riesling (wahlweise auch eine Scheurebe oder einen Weißburgunder mit Auxerrois) zu Garfields Leibspeise in die Gläser zu kippen. Dazu würde ich jedoch nicht Düsseldorfs oldest Rockcrew auf den Plattenteller werfen, sondern lieber Jaques Brel hören wollen. Man möge den Abend mit einem leckeren Ricard auf Eis beginnen und mit einer cremigen Schokoladen-Mousse und einem kleinen Glaserl gereiften Pedro Ximénez fulminant abrunden.

Der Tesch-Hosen-Komplott war nur im Gebinde zu kaufen und nach kürzester Zeit auf der Tesch-Internetseite ausverkauft. Ich danke an dieser Stelle meinen Nachbarn (ausgewiesene Hosen-Fans), die mir eine Flasche geschenkt haben, herzlichst.

(mt)