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2007 Weingut Tesch – Riesling Kabinett trocken „MACHMALAUTER/MACHMALRIESLING“

20. September 2010


Der Produzent:
Tesch

Weinbauland und -region: Deutschland – Nahe

Jahrgang: 2007

Alkoholwert: 11,5%

Trauben: 100% Riesling

Trockenheitsgrad: trocken

Vinotiz:

Der erste Riesling bei Vinotiz und dann gleich so ein Paradiesvogel! Ob man es glaubt oder nicht: die Düsseldorfer Rock-Senioren „Die Toten Hosen“ haben nicht nur ein Herz für eisgekühlten Bommerlunder, zweitklassige Fußballvereine oder Lieder am Rande der Schamgrenze. In diesem Jahr überraschen uns die Jungs mit den Stachelfrisuren auch mit einer Kooperation mit dem Weingut Tesch aus Langenlonsheim aus dem Weinbaugebiet Nahe. Beide Parteien haben scheinbar in der Vergangenheit ihre gegenseitige Wertschätzung offenbart und so kommt es dazu, dass Martin Tesch einen extrem exklusiven Riesling extra für Campino, Breiti und Co. abgefüllt hat.

Es handelt sich hierbei um einen Kabinett trocken bei sehr bekömmlichen 11,5 % Alkohol. Das klingt schon mal nicht schlecht. Bei selbsternannten Punkrockern hätte ich zwar nicht so einen dünnbrettbohrigen Alkoholgrad vermutet, aber ok. Ich finde das alles vollkommen in Ordnung. Die Ausstattung kommt auch sehr innovativ daher. Schwarzes Glas, großflächige Etiketten, wobei auf dem Backlabel das Hosen-Logo prangt. Witzigster Einfall ist jedoch der Schraubverschluss, auf deren Kappe ein verkappter Lautstärkeregler aufgeklebt wurde. Da hat jemand aus der Marketingabteilung mal ne echt pfiffige Idee in die Tat umgesetzt.

Der Jahrgang 2007, aus dem dieser Tropfen stammt, gilt unter Riesling-Fans als sehr gut. Meine eigenen Erfahrungen können das zunächst mal bestätigen. Jeder Winzer, der mit vor die Flinte kam, berichtete von super-gesundem Lesegut und hervorragenden klimatischen Bedingungen. Also sind meine Ansprüche an Weine dieses Jahres sehr hoch.

Martin Tesch, der in der Vergangenheit mit einem Wein names „Unplugged“ für Aufmerksamkeit sorgte, hat mich mit dem „MACHMALAUTER“ nicht enttäuscht. Eine wunderbar akzentuierte und trinkreife Säure, die butterweich in einen filigranen Körper mit feinem Schmelz eingebunden ist, verführt zum puren Genuss ohne Essen. Banausenhaft wurde die Rock-n-Roll-Pfütze jedoch trotzdem zu einer saftigen Gemüse-Lasagne gereicht. Eine tolle Kombination! Ich kann das nur empfehlen, einen leichten Riesling (wahlweise auch eine Scheurebe oder einen Weißburgunder mit Auxerrois) zu Garfields Leibspeise in die Gläser zu kippen. Dazu würde ich jedoch nicht Düsseldorfs oldest Rockcrew auf den Plattenteller werfen, sondern lieber Jaques Brel hören wollen. Man möge den Abend mit einem leckeren Ricard auf Eis beginnen und mit einer cremigen Schokoladen-Mousse und einem kleinen Glaserl gereiften Pedro Ximénez fulminant abrunden.

Der Tesch-Hosen-Komplott war nur im Gebinde zu kaufen und nach kürzester Zeit auf der Tesch-Internetseite ausverkauft. Ich danke an dieser Stelle meinen Nachbarn (ausgewiesene Hosen-Fans), die mir eine Flasche geschenkt haben, herzlichst.

(mt)

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